Der CIPP-Ansatz
Der CIPP-Ansatz –
‘Connection Inquiry Process Principles’ –
Prinzipien für den Prozess zur Erkundung von Kontakt(fähigkeit)
Der CIPP-Ansatz ist ein umfassender Ansatz für Psychotherapie, Traumatherapie, innere Entwicklung, Transformationsbegleitung, sowie für gemeinsames Erkunden, der von Dipl.-Päd. Angelika Doerne begründet wurde.
Dabei fließen folgende Ansätze ein: NARM™, Somatic Experiencing™, Neuropsychologie, einschl. Polyvagal-Theorie, Gestalttherapie, Tiefenpsychologie, Humanist. Psychotherapie, OPD, Integrale-transgenerationale Aufstellungsarbeit, Körperpsychotherapie, Integrale Theorie, achtsamkeitsorientierte Ansätze, Transpersonale Psychotherapie, Diamond Approach (A. H. Almaas), sowie verschiedene Weisheitstraditionen, wie Yoga, Buddhismus u.a.
Im Zentrum des CIPP-Ansatzes stehen dabei der Kontakt und somit die Kontaktfähigkeit zu sich selbst.
Warum?
Durch inneres Abschneiden und Selbstablehnung (Scham) entwickeln und halten wir (als Menschen) unsere inneren, im Erwachsenenalter beeinträchtigenden Muster, Überlebensstrategien, inneren Überzeugungen, Identifikationen, sowie Symptome aufrecht.
Folglich können sich durch mehr Kontakt zu uns selbst und Selbstannahme unsere inneren, beeinträchtigenden Muster, Überlebensstrategien, inneren Überzeugungen, Identifikationen, sowie Symptome lockern.
Im CIPP-Ansatz werden dabei sämtliche Ebenen und deren vielfältige Wechselwirkungen untereinander einbezogen: Überlebensstrategien, innere Überzeugungen & Identifikationen; Verstand, Reflexionsvermögen & Gewahrsein; Gefühle, Bedürfnisse, Empfindungen & Impulse; der Körper & einschl. Nervensystem; die Beziehung zu sich & zu anderen, sowie die Möglichkeit essentieller & transpersonaler Erfahrungsqualitäten.
CIPP versteht die Beziehung, also die Kontaktfähigkeit zu sich selbst als die entscheidende Dimension für die Entwicklung innerpsychischer Fähigkeiten, wie z. B. Fähigkeiten zu Vertrauen in sich selbst, erfüllenden Beziehungen zu anderen, Autonomie, Authentizität, Liebesfähigkeit, Verkörperung, sowie die Fähigkeit, sich aufgehoben und geborgen zu fühlen.
Das zentrale Prinzip im CIPP-Ansatz ist
„Das Ausloten der Kontaktfähigkeit des oder der Klientin zu sich selbst“.
Damit sind weitere Prinzipien verbunden (hier eine Auswahl):
„Den Fokus auf das Ausloten der Kontaktfähigkeit zu richten statt den Fokus auf das Therapieren von Symptomen, statt auf das disziplinierte Einüben von bestimmten Verhaltensweisen oder auf rein biochemische Vorgänge im Körper zu legen. Symptome, Verhaltensweisen und biochemische Vorgänge werden als Ausdruck der vorhandenen bzw. nicht ausreichend entwickelten Kontaktfähigkeit zu sich selbst verstanden.“
„Das experimentelle, offene, neugierige, ganzheitliche Erkunden im Hier & Jetzt ist dabei ein wichtiges Element.“
„Die beiden inneren Bewegungen von einerseits, mehr Kontakt zulassen und andererseits, sich von sich selbst abschneiden werden als gleichwertig (!) verstanden, die es beide gilt tiefer zu erkunden.“
„(Kurze) Momente von mehr Kontaktfähigkeit sind die entscheidenden Faktoren für den inneren Heilungs- und Wachstumsprozess.“
„Kontakt zu sich selbst lässt sich nicht allein mit unserem Willen ‚machen‘. Kontakt braucht die Bereitschaft, sich auf sich selbst einzulassen, entsprechend, einen gewissen Mut aufzubringen und ein Risiko einzugehen und schließlich zuzulassen, dass Kontakt entstehen darf.“
„Der Prozess findet im Hier & Jetzt statt, so dass gegenwärtiges Fühlen und Spüren, sowie die stattfindenden inneren Reaktionen direkt mit einbezogen werden können. Der CIPP-Ansatz trägt damit der Tatsache Rechnung, dass tiefe innere Entwicklungs- und Wachstumsprozesse nur im gegenwärtigen Moment stattfinden können.“
„Kontaktfähigkeit bedeutet, spürendes, fühlendes Gewahrsein im Hier & Jetzt zuzulassen, jenseits von Ein- oder Ausagieren, sowie dissoziiertes sog. Zeugengewahrsein.“
„Kontaktfähigkeit bedeutet weiterhin, sich Gefühle, Empfindungen, Bedürfnisse und Impulse zu Eigen machen. Diese Fähigkeit besteht aus mehreren Unterschritten.“
Für den oder die begleitende Therapeutin stellt sich dabei die Herausforderung, die verschiedenen Prinzipien, sowie die unterschiedlichen Ebenen und deren Wechselwirkung auf die Weise in den Prozess einzubeziehen, dass es dem oder der Klientin möglich wird, durch offenes, neugieriges, experimentelles Erkunden ein Zuwachs an inneren Fähigkeiten zuzulassen.
Außerdem ist der oder die Therapeutin gefordert, sich selektiv authentisch auf die therapeutische Beziehung einzulassen und wenn möglich, in einer offenen Präsenz verankert zu sein.
Das bedeutet, dass das Erlernen der therapeutischen Fähigkeiten ebenfalls mit einem eigenen, inneren Lern- und Entwicklungsprozess einhergeht.
CIPP steht in der Tradition der humanistischen Psychotherapie und schließt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Neuropsychologie, sowie achtsamkeitsorientierte Traditionen mit ein. CIPP ergänzt die therapeutische Haltung mit einem explizit pädagogischen Verständnis, nämlich, dass die Entwicklung von inneren Fähigkeiten dabei zentral ist.
Die fünf Elemente des Prozesses (metaphorisch an die fünf Elemente angelehnt):
- Erde – Festigkeit & Fixierung/Starre, Startpunkt (Vereinbarung)
- Wasser – Bewegung & experimentelles, offenes Erkunden im Hier & Jetzt
- Feuer – Veränderung & Momente von mehr Kontaktfähigkeit
- Luft – Reflektieren (mental) & Worte finden, Differenzieren, Verstehen, Bedeutung geben
- Äther – Integration & Veränderung und Erkenntnis integrieren lassen
Der CIPP-Ansatz besteht aus:
- Landkarten – Definitionen, Theorien und Wirkzusammen- hänge > daraus ergeben sich die Prinzipien
- Prinzipien -Prinzipien der Anwendung für die professio- nelle Begleitung und für das gemeinsame Erkunden > ziehen sich durch Fünf Elemente
- Fünf Elemente des Prozesses
Der CIPP-Ansatz kann erfahren und ggf. gelernt werden:
- in Seminaren, Workshops, Podcasts
- im AgiL-Intensiv-Training zur persönlichen und achtsamkeits-orientierten Entwicklung
- in der Intensiv-Fortbildung in Körper- und tiefenpsychologisch-orientierter Traumatherapie & Transformationsbegleitung

